BÜCHER, DIE VON DER GRIECHISCHEN MYTHOLOGIE INSPIRIERT WURDEN

In unseren letzten Artikeln Düstere Märchen und Fantasy-Romane für Drei Haselnüsse von Aschenbrödel-Fans haben wir Bücher vorgestellt, die bekannte Märchen adaptieren.

Es sind jedoch nicht nur die Geschichten um giftige Äpfel, sprechende Spiegel und fliegende Teppiche, die Autorinnen und Autoren zu eigenen Interpretationen bewegen. Auch das Spiel mit Mythen und Sagen besitzt eine lange Tradition. 

Heute stellen wir dir Bücher und Buchreihen vor, die auf Motiven der griechischen Mythologie basieren und / oder Figuren daraus aufgreifen:

In Der Gott der Rosen und der Dornen greift Nana Chiu die düstere Geschichte von Hades und Persephone auf. Gemäß antiker Überlieferungen verliebt sich Hades, der Gott der Unterwelt, in Persephone, die Tochter der Erd- und Erntegöttin Demeter und des Königs der Götter: Zeus. Als der dem Verliebten die Hand seiner Tochter  nicht überlassen will, entführt Hades die junge Frau in sein Reich.

Persephone fügt sich in ihr Schicksal und wird Königin der Unterwelt. Ihre Mutter gibt sich jedoch nicht so leicht geschlagen. Wehklagend zieht Demeter durch die Welt. Sie ist so verzweifelt - und vermutlich auch wütend - dass sie die Pflanzen auf der Erde am Wachstum hindert. 

Zeus sieht sich genötigt, einzuschreiten: Er überzeugt Hades davon, Persephone einen Teil des Jahres bei ihrer Mutter leben zu lassen. Seither kehrt Demeters Tochter nach einem langen Winter in der Unterwelt immer zu Demeter zurück, die daraufhin der Welt den Frühling schenkt. Der Kreislauf der Jahreszeiten soll so entstanden sein.

Wie interpretiert Nana Chiu nun diesen Mythos?

Sie verlegt ihn in die heutige Zeit: 

Stell dir vor, eines Abends erfährst du, dass der Mann, in den du seit Monaten heimlich verliebt bist, ein Gott ist – Hades persönlich. Auch der Mythos um Persephone, die jeweils nur vier Monate in der Unterwelt verbringt, ist wahr. Nach dieser Zeit stirbt sie und kehrt stets erneut als Wiedergeburt für vier Monate zu Hades zurück.

Und jetzt stell dir vor, dass du Persephones Wiedergeburt sein sollst.

Du rechnest die Tage seit eurem Kennenlernen zurück und stellst fest, dass dir nur noch drei Wochen bleiben, bevor ein Fluch dich aus dem Leben reißt und du zu einer Erinnerung der nächsten Wiedergeburt verlischst.

Drei Wochen mit dem Mann, den du liebst. Drei Wochen, um dein Leben zu retten. Doch der Einzige, der dir helfen kann, hat aufgegeben. Denn seine Liebe ist unzählige Male in seinen Armen gestorben.

Was würdest du tun, um zu überleben?

Eine Leseprobe zu Der Gott der Rosen und der Dornen findest du hier.

Eine sagenhafte Liebesgeschichte, die noch tragischer endet, ist die der Mondgöttin Selene und des Hirten Endymion. Stefanie Kulluck hat sie in ihrem Urban Fantasy-Roman Die Rache der Mondgöttin aufgegriffen. Sie rekapituliert den Mythos um Selene und ihren menschlichen Geliebten wie folgt:

"Als Tochter zweier Titanen ist Selene so alt wie Zeus und gehört zur älteren Generation der Gottheiten. Die berühmteste Geschichte, die sich um sie rankt, ist ihre Liebe zum Menschen Endymion: Damit er nicht altern muss, soll sie ihn zusammen mit Zeus in ewigen Schlaf geschickt haben …
Das war mir seit jeher suspekt! Wer will denn so was??? Dort setzt meine Geschichte an. Selene wünschte sich ewiges Leben für den Geliebten, keinen Schlaf. Nun will sie ihn zurück. Dazu hat sie sich mit den Sternzeichen verbündet, die - nach meiner Interpretation - ebenfalls von Zeus hintergangen und an den Himmel verbannt worden."
Selene ist selbst allerdings nicht die Hauptfigur des Romans, sondern gibt der Handlung einen Rahmen.
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"Die Protagonisten sind Konstantin (Verkörperung des Skorpions) und Arianna (Verkörperung des Stiers). Während einer besonders langen totalen Mondfinsternis, auch Blutmond genannt, ist Selene mächtig genug, um zu versuchen, Zeus‘ Bann zu brechen.
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Dazu braucht sie die Hilfe der zwölf Sternzeichen, die zum Teil andere Pläne verfolgen. Diese Ausreißer aufzuspüren ist Konstantins Job und damit geht es los."
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Von Halbgottheiten

Neben Göttern gibt es auch Halbgottheiten - so bezeichnet man die Kinder von Göttern und Sterblichen. Einer von ihnen ist Perseus, der der schlangenhäuptigen Gorgone Medusa den Kopf abschlug. Diese wiederum besaß die Fähigkeit, Lebewesen zu versteinern.

In ihrer Dilogie Magie aus Gift und Silber und Magie aus Tod und Kupfer hat sich Lisa Rosenbecker (Litersum) zahlreicher Versatzstücke dieser Sage bedient: 

Rya ist gefangen in einem Körper aus Stein.
Seit einer Ewigkeit fristet sie ein Dasein als Statue in einem Museum und beobachtet voller Neid das bunte Leben der Menschen.

Bis eines Tages Nick auftaucht, der sie hinter der Fassade aus Marmor spüren kann. Mit einem Kuss erweckt er Rya zum Leben und sie stolpert in eine Welt, die magischer ist, als sie es sich erträumt hat – und viel gefährlicher.

Sie wird in einen uralten Krieg zwischen Gorgonen und den Nachfahren von Perseus hineingezogen, ohne zu ahnen, wie eng ihr Schicksal mit ihnen verknüpft ist. Während die Konturen von Gut und Böse verschwimmen, muss sie sich entscheiden: Will sie zu einer Heldin werden oder ihr Herz verlieren?

Eine Kurzgeschichte, die ebenfalls in der Welt ihres Zweiteilers spielt und von antiken Meeresgottheiten handelt, findest du in unserer Kurzgeschichtensammlung Von Flusshexen und Meerjungfrauen.

Die Gorgone Medusa wiederum hat Emily Thomsen zur Protagonistin ihrer romantischen Fantasy-Reihe Medusas Fluch gemacht. Allerdings wachsen der Heldin keine Schlangen statt Haare aus dem Kopf. Die Autorin hat einige Motive aus der Sage um sie als Ausgangspunkt für ein eigenes Abenteuer genutzt:

Medusa wird von ihrer Mutter Gaia verflucht:

Jeder Mann, den sie liebt, erstarrt zu Stein. Sie muss mit ansehen, wie ihre große Liebe stirbt, und zerbricht beinahe daran.

Das will die junge Gorgone nie wieder ertragen müssen. Sie entscheidet sich für ein abgeschiedenes Leben in der Menschenwelt. Nach Jahrhunderten der Einsamkeit begegnet ihr der geheimnisvolle Jendrik, dem sie sich nicht entziehen kann und Medusas Fluch erwacht von Neuem.

Band 1, Medusas Fluch, ist aktuell nur als E-Book erhältlich. Eine Leseprobe zu Band 2 findet ihr hier.

Stella Tack hat für ihre ebenso rasante wie humorvolle Götter-Dilogie Warrior & Peace kurzerhand eigene Götter erfunden - die allerdings von den berühmten Olympiern der griechischen Mythologie abstammen. 

Der Spruch "Seid fruchtbar und mehret euch" stammt zwar aus der Bibel, doch Zeus & Co. lebten bereits in der Antike getreu diesem Motto. Was für hochexplosive Mischungen bei so einem olympischen Gen-Cocktail herauskommen können, kannst du in Stellas Zweiteiler nachlesen. Doch Achtung, denn:

Es gibt fünf Dinge, die du wissen solltest, bevor du dieses Buch liest.

1. Mein Name ist Warrior Pandemos.

2. Ich bin die Tochter der größenwahnsinnigen Götter Hades und Aphrodite.

3. Ich wurde mit einem Gendefekt geboren, der sich Medusa-Effekt nennt. Soll heißen? Sieh mich an und du verlierst den Verstand!

4. Obwohl ich im Gegensatz zu meinen Eltern menschlich bin, passieren in letzter Zeit ziemlich schräge Dinge. Ich meine, ist es normal plötzlich silbern zu bluten? Stimmen im Kopf zu hören? Oder von einem Baum aufgespießt zu werden, ohne dabei … na ja, draufzugehen?

5. Tja, und schließlich bin ich in der Hölle einem Gefängnisflüchtigen über den Weg gelaufen. Sein Name ist Peace. (Sohn des Zeus/ arroganter Arsch/ verboten heiß/ seelenlos …) Er versucht mit einem absolut hirnrissigen Plan die Götter aus dem Olymp zu stürzen. Und ich?

Ich werde ihm dabei helfen.

Auch zu Stellas Dilogie gibt es Leseproben

Solltest du von Stellas Göttergeschichten mehr wollen:

In der Anthologie Durch Eiswüsten und Flammenmeere gibt es eine Kurzgeschichte, in der sich der junge Herakles in den sturköpfigen Ladon verliebt - obwohl er den eigentlich bestehlen sollte. Schnell fliegen die Fetzen zwischen den beiden - und die Funken.

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