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Leseprobe
Nicole Rensmann 
Regenbogenläufer
"Das Christkind knallte das schwere Portal zu und hätte sich fast den linken Flügel eingeklemmt, wenn es nicht noch rechtzeitig zur Seite gesprungen wäre.
»Ich bin fix und fertig! Ein Trubel ist das! Die Straßen sind verstopft, die Städte dicht. Und erst der Luftverkehr. Es ist fast unmöglich ungehindert zwischen all den Flugzeugen hierher zu kommen. Nächstes Jahr mache ich das nicht mehr mit. Ich streike!«, schimpfte das Christkind.
»Nun beruhige dich erst einmal!« Der Weihnachtsmann war schon einige Stunden vor dem Christkind in das Wolkenschloss zurückgekehrt. Er hatte die dicken Stiefel ausgezogen, seinen roten Mantel an die Garderobe gehängt und ein Fußbad genommen. Ein Fußbad war das Schönste, wenn er seinen Job im Dezember erledigt hatte. Danach kochte er sich immer einen Kakao und die Milch dafür war in diesem Moment fertig. Das Christkind kam also genau richtig. Der Weihnachtsmann trocknete sich seine Füße ab, zog sich seine dicken Lieblingssocken an, die ihm das Christkind letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte und bereitete rasch den Kakao zu
»Setz dich! Und trink etwas!«
Verärgert nahm das Christkind auf dem Hocker Platz. Es konnte sich weder auf einen Stuhl setzen, noch in einen Sessel lehnen, denn die großen Flügel störten es. Noch so ein Problem, über das sich das Christkind das Jahr lang beschwerte.
»Es nervt mich. Die Menschen verbreiten so einen Stress, alle wollen Geschenke, aber keiner glaubt an uns. Wie hältst du das nur aus?"
aus "Der Wolkenexpress"
