Unsere Autoren
Irene Grosch
- geboren in der Mark Brandenburg
- aufgewachsen in Westpreußen und Niedersachsen
- Studium der Biologie und Geographie
- Lehrerin in Bayern und Nordrhein-Westfalen
- lebt in Bad Honnef und am Bodensee.
Warum haben Sie das Stilmittel der Fabel gewählt?
"Meine Geschichten sind keine Fabeln im eigentlichen Sinn von: Was lernen wir daraus? Der große Fabeldichter la Fontaine formulierte: "Ich bediene mich der Tiere, um die Menschen zu belehren." Das ist nicht meine Absicht.
Ich schrieb die Tiergeschichten, weil es mir ermöglichte, all das, was einem im Leben so zustößt und was einen im Innersten berührt oder worüber man nachdenkt, Tieren in den Mund zu legen. Wir können sowieso nicht anders, als uns immerzu mit ihnen in Beziehung zu setzen. Ihre Seelen, von denen wir nichts wissen, bzw. und nichts zu wissen getrauen, teilt sich und durch Empathie mit, von Fühlenden zu Fühlenden. Ein anderer Aspekt ist der: Mit Tiergeschichten tröstet man das Kind, das im Herzen der Erwachsenen weiterlebt."
Welches sind Ihre Lieblingstiere und warum?
"Schon als Kind waren Elefanten meine Lieblingstiere. Und, natürlich, Hunde. Ich hatte immer welche. Sie sind ja auch komfortabler als Haustiere. Ein Leben ohne Hund, ich zitiere Loriot - er sagte nur Möpse statt Hund, ist möglich, aber sinnlos."
Wie kamen Sie auf die Idee zu dem Buch?
"Wie schon gesagt, Elefanten gehören zu meinen Lieblingstieren. Und es begann mit einem Elefanten auf dem Foto in einer Zeitung. Da stand ein Elefant mit dem Kopf vor einer Wand. Die war gekachelt. Eine von zwei Wänden in einem engen Raum mit Eisengriffen an den anderen Seiten. Unter dem Foto stand, dass der Elefant "webt". Das wurde so erklärt: Er tritt von einem Vorderfuß auf den anderen, immer an der gleichen Stelle. Den Kopf und den Rüssel bewegt er im gleichen Rhythmus immerzu hin und her. Stundenlang. Aus Verzweiflung.
Das hat mich erschüttert. Ich schrieb die Geschichte Said oder Wenn die Seele weint. Das Leid eines gefangenen Tieres ohne Ausflucht noch Hoffnung rührt uns stark an. Vielleicht, weil wir uns zu erinnern glauben, als Kinder der Ohnmacht ähnlich ausgeliefert gewesen zu sein. Wann, frage ich mich, rächt sich die Ausbeutung der Tiere mal an uns? Ich war niedergeschlagen und schrieb weitere traurige Gechichten. Dann erschien das Hörbuch Pu der Bär, von Harry Rowohlt grandios vorgelesen. Pu war gerade 80 geworden. An und für sich bin ich kein großer Freund von Hörbüchern. Lieber bin ich Selbstleserin. Aber das Hörbuch kaufte ich und Pu, Ferke,. I-ah, die Eule und all die anderen Tiere aus meinen Kindertagen waren wieder da.
Das gab den Anstoß, komische, nachdenkliche, melancholische, verquere Geschichten über Tiere, diese meist liebenswerten, faszinierenden Mitgeschöpfe zu schreiben."
